Letztens entdeckten wir Montags wunderschöne Kastanien und die älteren Kinder der Gruppe Rot wie Philippa, Gianna und Anita sammelten freudig Kastanien für ein Umleerangebot (gerade ein grosses Interesse der jüngeren KInder) im Naturwissenschaftsbereich und natürlich auch für ihre Mamis und Papis. Einen Tag darauf an einem anderen Ort wurde fleissig weitergesammelt und auch die jüngeren machten dann begeistert mit. Sammeln ist in unserer Gesellschaft immer mehr zum Hobby geworden, ist für Tiere jedoch überlebenswichtig und war es früher auch für den Menschen.
Später in der Woche wurden auch noch Kastanien-Schalen und im Wald sogar Eicheln für den Naturwissenschaftsbereich gesammelt. In der Kita thematisierte ich mit den Kindern, was man im Herbst alles sammeln kann. Neben den Kastanien und Eicheln, welche auch die Eichhörnchen gerne für den Winter vergraben, kann man schliesslich auch noch Baumnüsse und Pilze etc. finden. Der Herbst gibt viel her und wir besprachen, wie die Eichhörnchen leben und wie wichtig diese Nussfrüchte besonders auch für sie im Winter sind.
Gegen Ende letzter Woche begannen wir den Unterschied von Rosskastanien zu Esskastanien also Marroni zu thematisieren, der besonders gut an den äusseren stacheligen Schalen und an der unterschiedlichen Form der rohen Kastanien zu erkennen ist. Dabei erkundeten wir auch gleich den Aufbau unterschiedlicher Nuss-Schalenversionen. Baumnüsse haben schliesslich
auch eine äussere und innere Schale. Wir sangen auch Marrini, Marruni, Marroni backten auf der Gruppe selbst Marroni und holten uns einen Tag später im Rahmen eines kleinen Zugausflugs beim ersten offenen Marronistand gleich eine grosse Packung, um unser Zvieri zu ergänzen. Dort konnten die Kinder sogar in die riesigen Bratbecken schauen. Genau wie im Lied, bekamen wir heisse Marroni, die erst etwas abkühlen mussten. Als wir auf dem Rückweg waren, fühlten wir den warmen Sack von aussen und die einzelnen heissen Marroni selbst. So konnte gleich auch ein wenig über den Unterschied von heiss, warm und lauwarm diskutiert werden. Jeder war da etwas anderer Meinung, was für ihn oder sie schon heiss war. Genauso wie sich später beim Zvieri die Gemüter scheideten, ob Marroni nun lecker seien oder eben nicht.
In dem ganzen Wochen-Thema wurde mit den Kindern auch besprochen, dass man Rosskastanien nicht essen sollte wie Marronis. Dass man daraus jedoch Seife machen könne. So begannen wir letzte Woche die kaputten unserer gesammelten Rosskastanien zu schälen. Besonders Anita und Loic waren sehr gut darin. Nachdem diese einmal einfach so und einmal zerkleinert durch Karin eingelegt worden waren, schauten wir uns gestern unsere hergestellte Seifenlösung etwas genauer an. Diejenige mit den gehackten Rosskastanien schäumte schön, die andere jedoch kaum. Anita und Loic waren interessiert. Anita half beim Absieben auf unterschiedliche Art und lernte hier ein paar Methoden. Da die Lösung ziemlich wässerig war, wollten wir das Wasser loswerden indem wir es verdampften. Anita war äusserst geduldig und rührte regelmässig um. Weitere Kinder kamen sogar später dazu, um mehr zum Thema verdampfen und Wasserdampf zu entdecken. Wofür verwenden wir nun diese etwas eingedicktere Seifenlösung?
Die eingelegten ganzen Kastanien hatten Triebe gebildet die Anita ebenfalls spannend fand und freudig mit mir an verschiedenen Orten in die Erde steckte, um sie weiter zu beobachten. Hier sieht man wieder einmal, welche naturwissenschaftlichen Elemente in
einem einzigen Produkt stecken können und zum Entdecken einladen.
Verfasserin: Karin